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Kostenübernahme beantragen

Auf dieser Seite möchten wir euch erklären, wie man die Kostenübernahme für die geschlechtsangleichenden Operationen bei der Krankenkasse beantragt.

 

Zuerst könnt ihr bei eurer Krankenkasse nachfragen, welche Unterlagen benötigt werden. Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Krankenkassen entweder gar nichts sagen oder selbst nicht wissen, was gebraucht wird.

Somit werden wir euch hier jetzt sagen/auflisten, was laut MDS-Richtlinien von 2020 benötigt wird.

 

Fangen wir doch einfach damit an, welche Unterlagen für unseren Antrag benötigt werden:

 

  • Konkreter Leistungsantrag mit Bezeichnung aller kurz-, mittel- und langfristig angestrebten geschlechtsangleichenden Maßnahmen. Inkl. Angaben über bisher durchgeführte Maßnahmen, ggf. Befundberichte/Entlassungsberichte und Namen der behandelnden Ärzt*innen (Therapie, Endo, Urologie, Gynäkologie)

  • Befundberichte zu somatischen Untersuchungsergebnissen
    (z.B. gynäkologisch, andrologisch, urologisch, endokrinologisch)

  • Brief vom Vorgespräch, dass du über die OP, sowie den möglichen Risiken aufgeklärt worden bist,

  • Behandlungs- bzw. Verlaufsbericht der Therapeut*innen

  • Psychiatrisch/psychotherapeutische Indikationsstellung zur medizinischen Notwendigkeit der beantragten geschlechtsangleichenden Maßnahme.

 

Unterlagen, die nicht zwingend notwendig sind:

  • trans* Lebenslauf

  • Gerichtsgutachten, sofern bereits eine Vä/Pä nach dem TSG durchgeführt wurde

Was bedeuten diese Unterlagen?

 

  • trans* Lebenslauf mit persönlicher Stellungnahme

Den Lebenslauf wollen meist schon die Therapeut*innen oder Gutachter*innen für die Vornamens- und Personenstandsänderung, somit habt ihr im Idealfall bereits einen parat. Die persönliche Stellungnahme sind eigentlich nur ein paar Zeilen darüber, wie ihr zu den OPs steht und warum diese für euch so wichtig sind.

 

  • Brief vom Vorgespräch

Hierbei handelt es sich um den Brie, den ihr nach dem Vorgespräch nach Hause geschickt oder direkt nach dem Gespräch bekommt. Hier steht z.B. drin, welche OPs gemacht werden sollen und dass ihr über Risiken, etc. aufgeklärt worden seid. Wichtig ist hier zu wissen: Es muss nicht zwingend der Brief sein, wo ihr euch letztlich operieren lasst.

 

  • Indikation für die OPs vom Therapeuten/der Therapeutin

Das ist eigentlich genau das gleiche, wie für Testosteron. Aber natürlich hier für die OPs.

 

  • Fachärztliche Befunde

Einfach ein kurzer Bericht, über die Behandlung.

 

Alle Unterlagen vorhanden, was nun?

 

Folgend werden wir euch eine mögliche Variante erläutern, wie ihr das ganze zur Krankenkasse schicken könnt.

Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Variante nicht bindend ist und ihr euch nicht daran halten müsst! Es ist euch überlassen, ob ihr es so macht wie von uns erläutert oder nicht. Dies dient lediglich als eine mögliche Variante und Hilfe!

 

Habt ihr jetzt alle Unterlagen zusammen, nehmt ihr euch einen Umschlag und schreibt auf diesen "MDK" darauf. Anschließend packt ihr in diesen Umschlag alle Unterlagen hinein.

MdK.png

Das Antragsschreiben

Folgend zeigen wir euch unseren Musterantrag zur Kostenübernahme der geschlechtsangleichenden Operationen.

In diesem Antrag sind alle möglichen Operationen & Optionen aufgelistet. D.h. wir wollten damit 1 Muster für euch haben, welches ihr individuell für euch anpassen könnt.

Dieses Muster ist nicht verbindlich!

Hier kommen deine Daten hin

Hier kommen die Daten deiner Krankenkasse hin

Eure Versichertennummer 

Start der Therapie

Start der Hormonbehandlung

Hier listet ihr die OPs auf, die ihr beantragen möchtet

Dieser Zusatz ist für die Haarentfernung beim Aufbau gedacht

1.png

Hier listet ihr einfach alle Unterlagen auf, die ihr als Anhang mitschickt

Diesen Abschnitt könnt ihr hinzufügen, wenn ihr noch keine rechtskräftige Vä/Pä habt, aber selbstverständlich ist dies kein Muss.

Es ist euch selbst überlassen, ob ihr nur ein Anschreiben für die Krankenkasse schreibt oder ob ihr dem MDK ebenfalls eins mit in den Umschlag gebt.

 

Als Nächstes nehmt ihr den Umschlag mit der Aufschrift "MDK" (packt das Anschreiben noch da mit rein, falls ihr eins für den MDK geschrieben habt) und klebt diesen zu. Diesen Umschlag packt ihr nun in einen weiteren Umschlag (ihr dürft das Ganze ruhig knicken) mit dem Anschreiben für die Krankenkasse.
 

Diesen Umschlag beschriftet ihr dann mit der Adresse eurer Krankenkasse und natürlich eurer eigenen Adresse als Absender,

Wo geht der Antrag hin bzw. wo muss er hin❓

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Per Post: Am besten immer an die Hauptzentrale schicken. Ganz wichtig ist hierbei, das Ganze per Einschreiben wegzuschicken. Dies hat den Grund, dass ihr dann genau wisst, wann der Antrag bei der Krankenkasse eingegangen ist.

 

Persönlich in der Filiale: Natürlich könnt ihr den Antrag auch persönlich in einer Filiale bei euch vor Ort abgeben. Sofern die Möglichkeit bei euch besteht. Hierbei solltet ihr aber darauf achten, dass euch ebenfalls der Eingang des Antrags schriftlich bzw. mit Stempel bescheinigt wird,

Warum ist es so wichtig zu wissen, wann der Antrag bei der Krankenkasse eingegangen ist❓

Es ist deshalb wichtig, weil die Krankenkasse eine gesetzliche Genehmigungsfrist hat. Diese ist im §13 Abs. 3a SGB V niedergeschrieben. Darin steht, dass die Krankenkasse ab dem Tag, an dem der Antrag dort eingegangen ist, 3 Wochen Zeit hat, sich bei euch zu melden. D.h. sie müssen euch innerhalb dieser 3 Wochen Bescheid geben, ob der Antrag abgelehnt, bewilligt oder an den MDK weitergeleitet wird. Ist letzteres der Fall, verlängert sich die Frist insgesamt 5 Wochen. Also ab dem Tag des Eingangs sind es dann 5 statt 3 Wochen.

Bitte berechnet immer einige Tage Postweg bei der Antwort der Krankenkasse ein und verfallt nicht nach exakt 3 oder 5 Wochen in Panik. Wichtig ist nämlich immer das Datum, welches dann auf dem Schreiben der Krankenkasse steht.

Abschließende Worte

Bedenkt bitte, dass ihr selbst entscheidet, welche Operationen ihr beantragen möchtet und welche ihr auch letztendlich durchführen lassen möchte.

Es steht euch zudem selbst frei, ob ihr die OPs nacheinander oder alle zusammen beantragt. In unserem Musterschreiben haben wir nur alle Operationen aufgezählt, damit ihr wisst, welche OPs alle beantragt werden können.

Ebenfalls seid ihr nicht dazu verpflichtet, die OPs, die ihr beantragt und genehmigt bekommen, hab’, auch letztendlich durchzuführen. Die Kostenübernahme verpflichtet euch nicht die OPs machen zu müssen!

 

Wenn ihr noch Fragen zum Thema "Kostenübernahme" habt, dann schreibt uns einfach eine Nachricht.

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