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Deadnaming

Aktualisiert: 24. Dez. 2023

& wie können wir es vermeiden?



Ein sog. "Deadname" ist der Name einer trans* Person vor ihrer Transition.

Die Definition von Deadnaming lautet also, dass eine trans* Person mit ihrem früheren Namen statt mit ihrem neuen Namen angesprochen wird. Dies gilt als Deadnaming, unabhängig davon, ob es absichtlich geschieht oder nicht.


Viele trans* Personen ändern ihren Namen als ihrer Transition, da es ihnen hilft, sich in ihrer richtigen Geschlechtsidentität einzufinden. Freund*innen und Familie können dabei eine Weile brauchen, um sich an den neuen Namen zu gewöhnen, auch wenn sie ihr Bestes tun, um sie nicht mit ihrem Geburtsnamen anzusprechen.


Wenn es dennoch passiert, nennt man dies "Deadnaming" - und den meisten Menschen ist nicht bewusst, welchen Schaden sie damit anrichten können.


Doch wie kann man es vermeiden ❓

 

Während manche Menschen schlichtweg trans*feindliche Meinungen haben, vergessen viele die Namensanpassung oder deren Bedeutung ohne bösen Willen und sprechen trans* Personen mit dem Deadname an (zum Beispiel: Peter sagt zum trans* Mann Tobi (Deadname Klara): "Klara, kann ich das Wasser haben?", statt: "Tobi, kann ich das Wasser haben?"). Es kommt auch häufig vor, dass trans* Personen gemisgendered werden, d.h. dass die falschen Geschlechtspronomen, mit denen sie sich nicht identifizieren, genutzt werden (zum Beispiel: Peter sagt über den trans* Mann Tobi: "Sie ist gleich da.", statt: "Er ist gleich da").


Ständig werden trans* Personen im Laufe ihres Lebens damit konfrontiert. Sei es in der Familie, in persönlichen Beziehungen, in der Ausbildung oder im Ausbildungsumfeld.


Der häufigste Ort, an dem Deadnaming vorkommt, ist in staatlichen Einrichtungen oder bei Kontrollen, in denen Beamt*innen gesetzliche Namen verwenden dürfen.


Zudem ist es in vielen Ländern, unter anderem auch Deutschland, mit extrem viel Aufwand und Kosten verbunden, den Namen, sowie den Geschlechtseintrag ändern zu lassen.

 

Sowohl Deadnaming als auch Misgendering können, die Psyche von trans* Personen durchaus schädlich sein, da sie sich in ihrer wahren Identität als entwertet und nicht respektiert fühlen können. Denn im Wesentlichen demonstriert Deadnaming, dass sie in ihrer wahren Geschlechtsidentität nicht unterstützt und wahrgenommen werden. Sei es vor, während oder nach der Transition. Solche Diskriminierungen kommen häufig vor (nicht zuletzt im Deutschen Bundestag), wobei sich Menschen der Schwere ihrer Angriffe auf Identität entweder nicht bewusst sind oder diese Angriffsfläche bewusst sind oder diese Angriffsfläche bewusst instrumentalisieren (wie nicht zuletzt durch Alice Schwarzer).

 

TW: Suizid/Selbstmord


Für Menschen, denen es jedoch tatsächlich nicht bewusst ist:


Die Selbstmordrate von trans* Personen ist viel höher als die der Allgemeinbevölkerung. So ergab eine Studie, dass trans* männliche Jugendliche mit 50,8 % die höchste Rate an Selbstmordversuchen aufweisen.


Dies zeigt erschütternd, wie wichtig Empathie in solchen Situationen ist - vielleicht reicht aber auch schon der Gedanke, selbst bei einem Namen genannt zu werden, mit dem man sich nicht identifiziert - obwohl man sich unter anderem vorgestellt hat.

 

Hier sind einige Tipps um Deadnaming zu vermeiden & eine respektvolle Unterstützung einer trans* Person zu zeigen:


➡️ Verwende immer den von der Person angegebenen Namen, sowie die von ihr bevorzugten Pronomen.


➡️ Frage höflich nach, wie die Person angesprochen werden möchte, falls du dir nicht sicher bist.


➡️ Vermeide es, frühere Namen oder Personen zu erwähnen, auch wenn es beiläufig ist oder sich auf die Vergangenheit bezieht.


➡️ Wenn du auf den vorherigen Namen angesprochen wirst, korrigiere dies höflich und teile der Person mit, welchen Namen die Person bevorzugt.


➡️ Respektiere die Privatsphäre der Person und teile Informationen nur mit anderen Personen, wenn sie ausdrücklich um Zustimmung gebeten hat.


➡️ Zeige Unterstützung durch deine Worte und Taten & stehe für eine respektvolle Behandlung von trans* Personen.


Quelle: Echte Vielfalt

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