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Klitorispenoid - Metoidioplastik

Aktualisiert: 24. Dez. 2023

Die Metoidioplastik ist eine geschlechtsangleichende OP für trans*maskuline Menschen, sowie trans* Männer, welche in den 1980er-Jahren als Alternative zur Phalloplastik entwickelt wurde. Bei der Metoidioplastik wird das Gewebe der Klitoris (analog zum Penis) verwendet, um einen Neophallus oder „neuen Penis“ zu erzeugen. Die Metoidioplastik ist eine gute Option für Personen mit ausreichendem Klitoriswachstum aufgrund der Einnahme von Testosteron. Es handelt sich um eine weniger invasive und kostengünstigere Operation als die Phalloplastik. Die durchschnittliche Penisgröße eines „Meta“ beträgt 4 bis 5 cm. Die Ergebnisse einer Metoidioplastik hängen stark von der Operationstechnik, der Erfahrung der Chirurg*innen, der Anatomie und der durch Testosteron gewachsenen Klitoris ab.


Je nach deinen Bedürfnissen & Angeboten kannst du zwischen verschiedenen Methoden der Metoidioplastik wählen. Bei allen Metoidioplastik-Operationen wird das umgebende Schamlippengewebe und in manchen Fällen auch das Halteband freigelegt, um die Klitoris zu begradigen und in eine weiter nach vorn gerichtete Position zu bringen, um sie der Position eines Penis näherzubringen.

 

❗Die Operation kann mit verschiedenen weiteren Operationen kombiniert werden, wie bspw.:

  • Kolpektomie

  • Hysterektomie

  • Spacer-Einsatz

  • Hodenaufbau

 

⏱️Die OP - Dauer beträgt ca. 3 - 5 Stunden

 

❗Wenn du dir unsicher bist, ob du vielleicht doch die Phalloplastik machen möchtest: Du kannst die Phalloplastik, jederzeit machen - auch nach der Klitpen OP!

 

Die Historische Entwicklung der Metoidioplastiktechniken


Der erste Bericht über die Verwendung der Klitoris bei der Rekonstruktion des männlichen Genitals stammt aus dem Jahr 1973.


Die Technik der Genitalplastik wurde von Dr. Michael Brownstein entwickelt, der 35 Jahre lang einer der wenigen Chirurgen in den Vereinigten Staaten war, die diese OP durchführten. Dr. Brownstein hatte auch einen Genitaleingriff von Frau zu Mann entwickelt, den er Genitalplastik nannte. Dabei handelt es sich um einen Oberbegriff, der sich einfach auf plastische Chirurgie der Genitalien bezieht. 1986 wurde die amerikanische Autorin und trans*-Aktivistin Lou Sullivan Dr. Brownsteins zweite Genitalplastik-Patientin. Über die Technik ist wenig bekannt, da Dr. Brownstein nie darüber veröffentlicht hat.


Die Laub-Technik war die ursprüngliche Version dessen, was heute als Simple Release oder Simple Meta bezeichnet wird. Dabei ging es lediglich um die Freilegung der Klitoris. Der Begriff „Metoidioplastik“ wurde erstmals 1989 von Lebovic und Laub eingeführt und stammt ursprünglich aus den griechischen Wörtern „meta“ (Veränderung) „aidion“ (männliche Genitalien) und „plasty“ (Bildung).


Die Hage-Technik war die erste moderne Metoidioplastik-Methode, die 1996 in der medizinischen Literatur beschrieben wurde. Sie kombinierte Laubs Klitorisfreisetzung und Boumans Harnröhrenkonstruktionstechniken, um eine Alternative zur Phalloplastik zu schaffen. Alle Patienten erhielten vor der Operation mindestens 1,75 Jahre lang eine Testosterontherapie und ihre Hysterektomie wurde vor oder während der Metoidioplastik durchgeführt. Diese Technik verfeinerte bestehende Operationen, indem sie lokale Gewebeneuanordnungen aus der Vaginalwand, die Freigabe des Klitorisschafts und die Schaffung der Neourethra nutzte.


Die Ring-Metoidioplastik-Technik wurde in Japan von Dr. Ako Takamatsu entwickelt, um Fälle einer schlechten Entwicklung der kleinen Schamlippen, des Klitoriskörpers oder einer engen Vagina zu berücksichtigen, die es schwierig machten, eine ausreichende Länge oder einen ausreichenden Durchmesser der Neurethra zu erhalten, was zu hohen Raten führte von Fisteln und Stenosen. Der labiale Ringlappen hat eine größere Oberfläche für die neourethrale Konstruktion. Während die Ring-Metoidioplastik normalerweise keine Vaginektomie umfasst, wird die Vaginalöffnung auf etwa den Durchmesser des kleinen Fingers verengt.


Die Belgrader Metoidioplastik-Technik oder vollständige Metoidioplastik ist ein in Serbien entwickeltes einstufiges Verfahren, das heute als Grundlage für die meisten „vollständigen“ Metoidioplastik-Operationen dient. Als ersten Schritt umfasst sie die Vaginektomie, bei der die gesamte Vaginalschleimhaut mit Ausnahme eines Teils der Bauchwand entfernt wird. Die Sehnen- und Klitorisbänder werden gelöst, um die Klitoris zu begradigen und zu verlängern. Bei der Harnröhrenverlängerung wird eine Kombination aus Vaginalwandgewebe, einem Transplantat der Wangenschleimhaut (innere Wange) und kleinen Schamlippenlappen verwendet. Bei der Skrotumplastik werden zwei Lappen der kleinen Schamlippen an der Mittellinie zusammengefügt und Hodenimplantate eingesetzt. Diese Methode erzeugt im Gegensatz zur Hoebeke-Technik einen bifiden Hodensack (auch bekannt als VY-Skrotoplastik). Spätere Verfeinerungen der Technik fügten einen präoperativen Schritt zur Optimierung der Klitorisvergrößerung unter Verwendung eines topischen Dihydrotestosteron-Gels in Kombination mit einem Vakuum-/Pumpgerät hinzu.

 

Vorteile:

  • Erogenes Gefühl

  • Erektion ohne fremde Hilfe

  • so gut wie keine sichtbaren Narben

  • kürzere OP Zeit

  • kürzere Genesungszeit

  • weniger invasiv und teuer im Vergleich zur Phalloplastik


Nachteile:

  • "kleinerer" Penis

  • es gibt keine Beule in der Hose

  • urinieren im Stehen ist nicht gegeben

 

Risiken & Komplikationen


Beachtet bitte, dass diese Risiken & Komplikationen nicht eintreten müssen! Sie können eintreten & dies sollte euch jederzeit bewusst sein!


Letztendlich werdet ihr auch in euren Vorgesprächen & abschließenden OP Gesprächen über sämtliche Risiken & Komplikationen aufgeklärt.


Aber man nimmt ja gerne so viele Informationen mit, die man bekommen kann, oder?


⛔ Fisteln

⛔ Stenosen

⛔ Wundschmerzen

⛔ Blutergüsse (Hämatome)

⛔ Wundinfektionen

⛔ Nachblutungen

 

Sollten bei euch oben genannte Komplikationen nach der Operation auftreten, verfallt bitte nicht sofort in Panik & werdet hysterisch!


Bleibt ruhig, fragt andere trans* Personen, ob sie diese Situation ebenfalls kennen - tauscht euch untereinander aus & geht im schlimmsten Fall sowie bei absoluter Unsicherheit lieber zu den Ärzt*innen.


Solltet ihr nicht in der Nähe der Klinik wohnen, in der ihr eure Operation gemacht habt, könnt ihr zum einen über E-Mail-Verkehr mit Bildern. Kontakt mit den dort ansässigen Ärzt*innen halten. Zum anderen könnt ihr natürlich auch bei euch vor Ort zu entsprechenden Ärzt*innen gehen oder sogar auch in eine Klinik, die vielleicht ebenfalls auf diese Operation spezialisiert ist.

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